Acht Stunden lang regungslos wie eine Statue stehen - hypnotisiert, medizinisch überwacht, live übertragen auf ORF III. Was wie eine künstlerische Provokation klingt, war ein ernstes Experiment an den Grenzen von Geist und Körper - und einer der außergewöhnlichsten Auftritte in der Karriere von Harry Lucas.
Bekannt wurde der international renommierte Gegenwartskünstler Erwin Wurm u.a. mit seinen "One-Minute-Sculptures" - seinen Ein-Minuten-Skulpturen, bei denen Menschen für kurze Zeit in absurden Posen zur lebenden Skulptur werden. Bereits 2008 hatte Wurm mit der Performance "Stand West" einen Probanden durch Hypnose 14 Stunden lang als Statue stehen lassen.
Als er im Herbst 2014 für die Neuauflage "Stand West 2" anfragte, ob Harry Lucas die Hypnose übernehmen würde, sagte dieser gerne zu. Die Idee: Mentalismus und Gegenwartskunst zu einem einzigartigen Live-Erlebnis zu verbinden - und die Grenzen beider Disziplinen auf die Probe zu stellen. Als Höhepunkt der von Wurm kuratierten Woche übertrug ORF III die Aktion am Freitag, den 24. Oktober 2014, live aus Erwin Wurms Atelier in Limburg.
Was sich an diesem Abend abspielte, hätte kein Drehbuchautor besser schreiben können. Die Erstbesetzung - Schauspieler und Marathonläufer Ralph Saml - wurde von Harry Lucas um 16.14 Uhr erfolgreich in Hypnose versetzt und stand zunächst ruhig und regungslos im Gästezimmer des Ateliers. Doch kurz vor 18 Uhr gab Saml auf: Schwindelgefühle, Fußschmerzen, Schweißausbrüche. Der Körper hatte ihn zurückgeholt.
Erwin Wurm war genervt - bis er sich an Plan B erinnerte. Nicolas Berset, ein 37-jähriger Schweizer Künstler, war als stille Zweitbesetzung dabei gewesen, von niemandem beachtet. Nun musste er spontan einspringen. Keine Zeit für lange Vorbereitung: Um Punkt 18 Uhr wurde Berset geschminkt, der Notarzt verabreichte ihm eine Thrombose-Prophylaxe für den langen Einsatz. Und um 18.04 Uhr begann Harry Lucas, Nicolas Berset in Trance zu versetzen - unter Stress, mit zitternden Beinen, aber mit wachsendem Vertrauen in die Stimme des Mentalisten.
Und dann stand Berset. Und er stand. Acht Stunden lang. Regungslos wie eine Statue, während das ORF III-Kamerateam die ganze Nacht live übertrug. Exakt um 1.58 Uhr holte Harry Lucas ihn aus der Trance. Nicolas Berset öffnete die Augen, lächelte sanft - und wusste, dass er etwas Außergewöhnliches zustande gebracht hatte. "Es war unglaublich - wie in einem Traum."
Die Acht-Stunden-Statue ist weit mehr als ein Bühnenact - sie ist ein Beweis für die Kraft des menschlichen Geistes und für die Tiefe dessen, was Harry Lucas als Mentalist beherrscht. Hypnose, psychologische Beeinflussung und das Vertrauen zwischen Performer und Protagonist verbinden sich hier zu einem Erlebnis, das die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Mentalismus verschmelzen lässt.
Einen ausführlichen Bericht über den Abend schrieb Kulturjournalist Thomas Trenkler.
Mentalist Harry Lucas bringt sein Können vor allem in seinen interaktiven Theatershows auf die Bühne, die bei Presse und Publikum für Begeisterung, Staunen und offene Münder sorgen. Er ist auch als Showact und Showeinlage bei Firmenfeiern und exklusiven Events buchbar - und sorgt für ein außergewöhnliches Entertainment-Erlebnis, über das man noch lange spricht.